Diözesanrat wählte neuen Vorstand

Cornel Hüsch (links) und Thomas Nickel. Foto: TZ
Cornel Hüsch (links) und Thomas Nickel. Foto: TZ
Eine neue Ära hat im Diözesanrat der Katholiken im Erzbistum Köln begonnen. Tim Kurzbach aus Solingen und Cornel Hüsch aus Neuss stehen jetzt an der Spitze der Vertretung der Laien aus den Dekanaten und Verbänden.
 
Thomas Nickel aus Neuss hatte nach 28 Jahren als Vorsitzender nicht mehr für dieses Amt kandidiert und wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Bei der Vollversammlung im Bensberger Kardinal-Schulte-Haus erhielt Tim Kurzbach 80 Stimmen (bei sechs Nein-Stimmen und 14 Enthaltungen). Für seinen künftigen Stellvertreter Cornel Hüsch votierten 93 Delegierte (bei einer Nein-Stimme und sechs Enthaltungen). Beide hatten ebenso wenig Gegenkandidaten wie die weiteren Vorstandsmitglieder.
 
Beisitzer aus dem Bereich der Dekanatsräte wurden Dr. Ralf Forsbach (Siegburg), Sabine Schmidt (Wuppertal), Gabriele Behr (Bergisch Gladbach) und Dr. Erwin Bürgel (Remscheid). Aus dem Bereich der Verbände wird das Führungsgremium komplettiert durch Tobias Agreiter (BDKJ). Lydia Wallraf-Klünter (kfd), Martin Rose (Kolpingwerk) und Heinz-Bert Schmitz (DJK). Aus dem Priesterrat stoßen die Pfarrer Bernhard Dobelke und Hermann Josef Zeyen aus Solingen beziehungsweise Wartberg hinzu. Zu den ersten Gratulanten gehörte Diözesanadministrator Prälat Dr. Stefan Heße.
 
Tim Kurzbach (36) nannte seine Kandidatur und Wahl „ein gutes Zeichen für eine funktionierende Laienvertretung in der Kirche“. Schließlich sei er „als ganz normaler Junge und als Messdiener“ großgeworden und habe die katholische Jugendarbeit „als Lebensschule“ kennen und schätzen gelernt. Kurzbach ist hauptamtlicher Vorstand der Arbeiterwohlfahrt in Solingen und ehrenamtlicher Diözesanvorsitzender der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB). „Ich stehe zu dieser Kirche, auch wenn sie einen oft zweifeln oder gar verzweifeln lässt. Denn wir sollen Licht der Welt sein, und da haben wir viel zu tun“, so der neue Vorsitzende des Diözesanrats. Kurzbach: „Ein Loblied auf frühere Zeiten zu singen, gibt ein Gefühl von Behaglichkeit, macht uns aber für die Zukunft nicht sicherer.“ Licht der Welt gelte es aber nicht ausschließlich in der Kirche zu sein, sondern auch in der Gesellschaft, „in der die Familie ein Randthema wird und in der wir merken, dass die Würde des Menschen doch antastbar ist“.
 
Cornel Hüsch, 52-jähriger Rechtsanwalt und Vorsitzender des Neusser Kreiskatholikenrats, möchte seine Aufgabe „mit der Erfahrung und der Freude eines Rheinländers“ in Angriff nehmen. Er ist seit 30 Jahren ehrenamtlich in kirchlichen Gremien aktiv und hat bei der Fusion der Dekanate und ihrer Räte in seiner Heimat gelernt, „unterschiedliche Kulturen und Sichtweisen, Freuden und Leiden zusammen zu bekommen“. Hüsch: „Wir müssen mehr Verantwortung übernehmen und übertragen bekommen. Die beste Zeit der Kirche von Köln liegt noch vor uns, und wir dürfen sie gemeinsam mitgestalten.“