Haus St. Martinus in Wevelinghoven: Generationenprojekt im Düsseldorfer Landtag ausgezeichnet

07.07.2026

Preisverleihung im Düsseldorfer Landtag (von links): Tim Schlafen, Maria Wego und Maike Vetten.
Preisverleihung im Düsseldorfer Landtag (von links): Tim Schlafen, Maria Wego und Maike Vetten.

Gemeinschaft entsteht dort, wo Menschen einander zuhören, Zeit miteinander verbringen und voneinander lernen. Das Projekt „Begegnung der Generationen“ des Pascal-Gymnasiums Grevenbroich und des Hauses St. Martinus, einer Senioreneinrichtung der St. Augustinus Gruppe in Wevelinghoven, zeigt seit Jahren, wie das konkret aussehen kann. Dafür wurde die Kooperation vom Landespräventionsrat NRW und der Stüllenberg-Stiftung mit dem Förderpreis „Junge Menschen (machen das) zusammen“ ausgezeichnet.

Seit 2018 besuchen Schülerinnen und Schüler des Pascal-Gymnasiums regelmäßig die Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses St. Martinus. Lehrerin Simone Lüderitz und Dirk Jansen vom Sozialen Dienst der Senioreneinrichtung initiierten die Kooperation und verankerten sie in Form einer AG fest im Alltag beider Einrichtungen. Die Jugendlichen und die Seniorinnen und Senioren kommen ins Gespräch, spielen, basteln, feiern gemeinsam Feste oder unternehmen Ausflüge. So entstehen Begegnungen, die weit über einzelne Termine hinausgehen.

Die Jury würdigte vor allem die Nachhaltigkeit des Projekts. „Die regelmäßigen Gespräche, gemeinsamen Aktionen, Projektwochen und Ausflüge bewirken sichtlich, dass Jung und Alt hier miteinander und nicht nebeneinanderher leben“, sagte Jurymitglied Professor Dr. Daniela Pollich bei der Preisverleihung. Das Projekt zeige, wie gelebte Solidarität zwischen den Generationen funktionieren könne.

Wie bereichernd die Begegnungen für beide Seiten sind, beschreibt Schüler Tim Schlafen: „Der Austausch ist immer eine Freude. Wir können von der Erfahrung der Seniorinnen und Senioren profitieren und die älteren Menschen interessieren sich dafür, wie junge Menschen heute leben und denken“, so der 18-Jährige. Er hat selbst mehrere Jahre an der AG teilgenommen und hält bis heute Kontakt zu Maria Wego, einer Bewohnerin des Hauses St. Martinus.

Für Maria Wego ist die Preisverleihung im Landtag ein besonderes Abenteuer. Es ist aber insbesondere der respektvolle und herzliche Austausch mit den Jugendlichen, den sie zu schätzen weiß: „Keiner hier denkt: ‚Ach, die kriegt das gar nicht mehr mit.‘ Ich kriege das richtig mit. Ich bin begeistert“, betont die 86-Jährige.

Auch Maike Vetten vom Sozialen Dienst des Hauses St. Martinus sieht in den gewachsenen Beziehungen den größten Erfolg des Projekts. „Wir sind sehr dankbar, dass sich jedes Jahr neue Schülerinnen und Schüler finden, die auch über den Unterricht hinaus so viel Zeit investieren.“

Das Preisgeld in Höhe von 2000 Euro soll in weitere gemeinsame Aktionen fließen. Denkbar ist etwa eine größere Fahrt, ähnlich wie der frühere gemeinsame Besuch des Anne-Frank-Hauses in Amsterdam.