In Elfgen wird bald Jubiläum gefeiert

Die Kirche St. Georg in Elfgen. Foto: TZ
Die Kirche St. Georg in Elfgen. Foto: TZ
Die Umsiedlung des Dorfs riss zu Beginn der 80er Jahre tiefe Wunden. Die sind 25 Jahre später verheilt. St. Georg ist das neue Zentrum der alten Pfarrgemeinde. Am 20. Juni wird das Jubiläum der Kirchweihe gefeiert.

Wie sich die Worte doch gleichen. "Die Menschen fühlen sich der Kirche nicht mehr verbunden", sagt Sibille Planker (55), wenn sie über die Zukunft ihrer Gemeinde spricht. – "Mancher fühlt sich dem kirchlichen Leben nicht mehr verbunden", schrieb der Kölner Erzbischof Joseph Kardinal Höffner schon 1985 in seinem Grußwort zur Konsekration der Pfarrkirche St. Georg. 

Dazwischen liegen 25 Jahre, ein Vierteljahrhundert, in dem sich die Gemeinde nach der Umsiedlung neu finden musste. Und auch wenn Sibille Planker durchaus Kritikwürdiges findet, so ist das Pfarrfest zum Jubiläum durchaus als positives Zwischenfazit zu verstehen.
"Denn vor allem war es wichtig, dass die Gemeinde einen neuen Mittelpunkt bekommt", hält Planker fest. Sie hat die Umsiedlung hautnah miterlebt, den Abbruch des Alten, die Ungewissheit und die Freude auf das Neue. "Hier haben viele Menschen selbst Hand angelegt", berichtet Hans Helpenstein (76), der bis 2008 noch als Hausmeister der Pfarrkirche fungierte und auch heute noch wie selbstverständlich den großen Schlüsselbund in der Tasche trägt. Die Gemeinde baute selbst an ihrer neuen Heimat, während die Braunkohlebagger die alte dem Erdboden gleichmachte. "Das hat uns ein neues Gemeinschaftsgefühl gegeben", glaubt Planker. 

Wichtig war auch, dass die moderne Architektur sich nicht vor alten Elementen verschloss. Der Altar, das romanische Portal, das Turmkreuz sind nicht nur kunsthistorische Zeugnisse, sie schufen auch Vertrauen. Wenn Sibille Planker heute dem Besucher im Kirchenraum auf die alten Elemente aufmerksam macht, dann ist der Neubau längst kein Fremdkörper mehr. "Ich denke, wir haben eine richtig gemütliche Kirche", sagt auch Hans Helpenstein und lässt den Blick nicht ohne Stolz durch die Kirche schweifen. 

Stichtag ist der 16. Juni, doch gefeiert wird am 20. Juni. "Wir wollen alle Pfarrer und Kapläne, Diakone und wichtigen Menschen rund um St. Georg einladen. Erst feiern wir gemeinsam einen Gottesdienst, dann wird es eine Prozession durch den Ort geben. Zurück an der Kirche steigt dann das richtige Fest", plant Sibille Planker, die sich insbesondere auf den langjährigen Oberpfarrer Heinrich Scholl freut. Bei der Organisation wird sie wohl auf viele helfende Hände vertrauen können. "Denn wenn es um konkrete Projekte geht, dann ist ganz viel Bereitschaft da. Schwieriger wird es schon, wenn die alltägliche Gemeindearbeit ansteht", erzählt Planker. 

Den Grund haben Hans Helpenstein und Sibille Planker schnell ausgemacht. Neben der allgemeinen Abkehr von der Kirche sei insbesondere der Strukturwandel in der Gemeinde verantwortlich. "Wir haben viele Neubürger, die Geschichte unserer Pfarrkirche spielt für sie natürlich keine große Rolle mehr. Die Verbundenheit fehlt", sagt Sibille Planker. Wie sich die Worte doch gleichen . . .