Kampf ums Kreuz: Darf christlicher Glaube noch sichtbar sein?
02.02.2026
Ein Kunstwerk auf der Landesgartenschau Neuss spaltet die Politik.
Ein Kreuz: aus Stahl. Modern gestaltet. Offen zur Stadt. Und trotzdem ein Politikum. Auf dem Gelände der Landesgartenschau Neuss 2026 soll direkt neben der sogenannten Lichtkirche eine Kreuz-Skulptur des Künstlers Karl B. Loeffen aufgestellt werden. Was für die Kirchen selbstverständlich ist, stößt bei Teilen der Politik auf Widerstand.
Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) hatte das Kunstwerk in Auftrag gegeben. Die Lichtkirche ist nur temporär geplant – das Kreuz soll bleiben. Genau das stört insbesondere die Grünen und Teile der SPD im Stadtrat. Ihre Forderung: Entweder alle Religionen bekommen ein Symbol – oder keine. Ein einzelnes Kreuz sei nicht „inklusiv“.
Die Kirchen lassen sich das nicht gefallen. Ulrike Nienhaus von der ACK stellt klar: Alle Religionen wurden eingeladen, sich auf der Landesgartenschau zu präsentieren. Niemand wird ausgeschlossen.
Die Mehrheit des Kulturausschusses folgte dieser Argumentation und stimmte für die Errichtung des Kreuzes. Die Grünen und Teile der SPD votierten dagegen. Bereits zuvor hatte die Kommission „Kunst im öffentlichen Raum“ das Projekt mehrheitlich gebilligt.
Das Ergebnis ist klar: Das Kreuz kommt. Auffällig bleibt jedoch das politische Zögern. Ein christliches Symbol braucht heute offenbar schon Mut – selbst in einer Stadt mit langer kirchlicher Tradition wie Neuss. Und eine Frage bleibt: Wenn selbst ein offenes Kreuz zu viel ist – wie offen ist unsere Gesellschaft dann wirklich?
Beispielfoto: Pixabay