Ökumenischer Neujahrsempfang: Wenn Kirche gemeinsam in die Zukunft blickt
23.01.2026
Zum dritten Mal haben der Katholikenrat im Rhein-Kreis Neuss und die evangelische Kirche in Neuss gemeinsam zum ökumenischen Neujahrsempfang eingeladen – und spätestens in diesem Jahr wurde deutlich: Was als gutes Zeichen der Zusammenarbeit begann, ist inzwischen gelebte Tradition.
Zahlreiche Gäste aus Kirche, Gesellschaft, Politik und Brauchtum folgten der Einladung ins Theodor-Schwann-Kolleg und setzten gemeinsam ein starkes ökumenisches Signal zum Jahresbeginn. Erstmals begrüßten die Gastgeber Jutta Köchner und Sebastian Appelfeller auch das Neusser Karnevalsprinzenpaar.
Inhaltlicher Mittelpunkt des Neujahrsempfangs war ein Impulsvortrag zum Thema: Wenn KI(rche) Hoffnung schenkt. Dabei ging es weniger um Technikbegeisterung als um eine realistische, verantwortungsvolle Einordnung neuer Möglichkeiten. Der Unternehmer und Medienexperte Stefan Lesting machte deutlich: Künstliche Intelligenz kann und soll den Menschen nicht ersetzen. Kirche bleibt ein Ort der persönlichen Begegnung, des Gesprächs von Mensch zu Mensch, des gelebten Glaubens.
Gleichzeitig eröffnen digitale Werkzeuge neue Chancen. Künstliche Intelligenz kann helfen, ansprechbar zu sein – 24 Stunden am Tag, an 365 Tagen im Jahr. Telefonassistenten oder digitale Kontaktangebote könnten erste Anfragen aufnehmen, Orientierung geben oder Menschen den Weg zu passenden Ansprechpartnern ebnen.
Auch in der Kommunikation und Kreativität wurden Potenziale benannt. KI kann dabei unterstützen, Sprache verständlicher zu machen und Menschen auf ihrer jeweiligen Alltagssprache abzuholen – jenseits von Floskeln und kirchlichen Fachbegriffen. So kann Kirche neue Zugänge finden, ohne ihre Botschaft zu verwässern.
Eine weitere Chance ist die Entlastung von Verwaltungsprozessen. Wenn Abläufe effizienter gestaltet werden, entsteht mehr Raum für das Wesentliche: Zeit für Menschen, für Gemeinschaft, für Glauben und für Seelsorge. Kirche, so die zentrale Botschaft des Abends, ist für die Menschen da – nicht für ihre eigenen Verwaltungsstrukturen.
Der ökumenische Neujahrsempfang zeigte eindrucksvoll, wie Kirche gemeinsam, offen und zukunftsorientiert in das neue Jahr starten kann. Mit gelebter Ökumene, einem klaren Blick auf gesellschaftliche Entwicklungen und der festen Überzeugung, dass Technik dem Menschen dienen muss, wurde ein hoffnungsvoller Akzent für 2026 gesetzt.