Neue Wege in der Trauerpastoral: Laien übernehmen Beerdigungen

© bilder-erzbistum-koeln.de, Rosalia Granz
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„Und sie bewegt sich doch!“ Nicht die Erde (die natürlich auch), sondern die Kirche. Nachdem das Thema „Laien als Gottesdienstleiter“ im Erzbistum Köln viele Jahre lang ein Tabu darstellte, kommt seit einiger Zeit Bewegung in die Sache (katholisch-im-rhein-kreis-neuss.de berichtete mehrfach). Das neueste Kapitel ist die Beauftragung eines Laien zur Leitung von Begräbnissen. Alexander Neuroth, Pastoralreferent in den Seelsorgebereichen „Neuss – Rund um die Erftmündung“ und „Neusser Süden“, erhielt jetzt vom Kölner Erzbischof diese Vollmacht.
 
„Diese Beauftragung umfasst auch die Verkündigung bei Wortgottesdiensten in der Kirche und der Friedhofskapelle anlässlich der Beerdigung. (…). Da die Wahrnehmung dieses Dienstes durch Laien noch ungewohnt ist, bitte ich Sie und den zuständigen Pfarrer, die Gemeinden darauf vorzubereiten“, schreibt Kardinal Woelki.
 
Glaubt man dem Pfarrer der beiden Seelsorgebereiche, Dr. Willi Klinkhammer, ist dies aber nur ein erster Schritt hin zu Veränderungen im Bereich der Beerdigungspastoral ist, die ja nur ein Teilbereich ist im größeren Gebiet der Trauerpastoral.
Der neu beauftragte Pastoralreferent Neuroth dazu: „Ich denke ,Trost‘, ,trösten und Trösten-können‘, ,Hoffnung haben‘, über den Tod hinaus und auch und gerade angesichts des Todes, ist eine unserer ,Kernkompetenzen‘, die wir durch unseren Glauben an Gott und an Jesus Christus – den menschgewordenen Gott – haben. Und ich denke, diese Hoffnung, die wir für uns selbst und die wir auch für andere haben, ist ein zentrales Kennzeichen der christlichen Gemeinde der Zukunft. Denn diese Hoffnung, die aus unserem Glauben kommt, ist ja kein spezifisches Kennzeichen der Hauptamtlichen, sondern aller Gläubigen, ja manchmal in ihnen sogar noch stärker spürbar und lebendig!“
Neuroth verweist darauf, dass es inzwischen im Erzbistum Köln sogar Ehrenamtliche gebe, die mit der Leitung von Beerdigungen beauftragt sind. „Und vielleicht demnächst ja auch bei uns.“ Und er äußert auch die Hoffnung, dass im Bereich der Trauerpastoral noch weiteres Neues entsteht – etwa Trauertreffen oder Trauercafés.