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Neuer Superior im Nikolauskloster: „Im Dienst der Menschen vor Ort“

08.09.2026

Pater Andreas Hohn leitet jetzt das Nikolauskloster, der "Oase im Rhein-Kreis-Neuss".
Pater Andreas Hohn leitet jetzt das Nikolauskloster, der "Oase im Rhein-Kreis-Neuss".

Pater Andreas Hohn ist neuer Superior des Nikolausklosters der Oblatenmissionare bei Glehn, das sich „Oase im Rhein-Kreis Neuss“ nennt. Er trat die Nachfolge des verstorbenen Paters Andreas Petith an. Im Interview äußert er sich über seine Pläne.

Was ist Ihr Blick auf das Nikolauskloster?

Das ist für mich wie Nachhausekommen. Ich war selbst in den 80er-Jahren Schüler im Nikolauskloster, war in den vergangenen Wochen schon mehrmals hier, um umzuziehen und habe auch schon viele neue Menschen kennengelernt.

Was macht das Nikolauskloster Ihrer Meinung nach besonders? Was ist die Aufgabe des Hauses in der Region?

Das Nikolauskloster wird zum überwiegenden Teil von Ehrenamtlichen getragen, das ist sein Alleinstellungsmerkmal und macht diesen Ort so besonders und anziehend. Es wird nicht nur Oase genannt, sondern vor Ort kann man erleben, dass es das auch wirklich ist. Die Menschen kommen und sind einfach da - das ermöglicht auf vielerlei Weise Begegnungen.

Wie ist das Nikolauskloster Ihrer Meinung nach geworden, wie es heute ist?

Das Nikolauskloster hat eine jahrhundertelange Geschichte. Für die heutige Zeit sind die letzten Jahrzehnte prägend, als das Nikolauskloster als Internat viele junge Männer zum Priestertum geführt hat. Besonders seit der Übernahme durch Pater Heinrich Mayer in den 70er Jahren wurde der einladende Charakter geprägt. Fast täglich kamen Besuchergruppen und Übernachtungsgäste, die von uns versorgt wurden. Und auch damals gab es schon viele Ehrenamtliche, die sich dort engagierten. Die jungen Menschen, die aus dem Nikolauskloster hervorgegangen sind, waren nicht abgehoben von der Welt, sondern kannten sich mit der Bewältigung des Alltags aus. Das hat den Menschen immer schon gefallen – „die Jungs leben mittendrin“. Pater Andreas Petith führte dieses offene Haus mit großer Tatkraft und der Überzeugung weiter: Das Nikolauskloster ist für die Menschen da, die hierherkommen. Ob für Kaffee und Kuchen oder mit Sorgen und Problemen – hier findet jeder seine Oase.

Wie war Ihr Kontakt zum Nikolauskloster in den vergangenen Jahren?

Ich habe in den vergangenen Jahren in der Kommunität in Burlo in Westfalen gelebt, da hatte ich natürlich nicht so viel Kontakt zum Nikolauskloster. Davor konnte ich jedoch als Provinzökonom mit Pater Felix Rehbock das ein oder andere am Haus auf den Weg bringen. Außerdem war ich als Gast im Nikolauskloster, etwa mit meinem Pfarreirat aus Borken zu einem Arbeitswochenende.

Was ist Ihrer Meinung nach, Ihre neue Rolle als Superior im Nikolauskloster?

Wir Oblaten stehen im Dienst der Menschen, im Nikolauskloster heißt das, vor allem der Ehrenamtlichen. Ich komme nicht in die Gemeinschaft des Nikolausklosters, um Vorgaben zu machen, sondern um zu schauen, wo ich mich einbringen kann. Da gibt es die Aufgaben, die ich zunächst zeitig übernehmen werde. Wir haben ein Jahresprogramm und bald geht es in die Planung für das Jahr 2027. Wir werden prüfen, was ich weiterführen oder neu anbieten kann. Dazu gibt es viele Taufen, Hochzeiten und die regulären Gottesdienste. Als Tagungshaus haben wir viele Gruppen, mit denen ich auch Kontakt haben werde, denen es einladend zu begegnen gilt. Dazu kommt natürlich die Organisation, damit alles funktioniert.

Welche Herausforderungen gibt es Ihrer Meinung nach im Nikolauskloster?

Es gilt, die Gemeinschaft aller Mitlebenden und Mitarbeitenden zusammenzuhalten und zu stärken. Natürlich ist es auch eine wichtige Aufgabe, die nächsten Generationen für das Nikolauskloster zu begeistern und immer wieder Ehrenamtliche zu finden. Das hat bislang auf eine dynamische und natürliche Weise funktioniert – ein großes Glück. Es ist eine lange Erfahrung: Wenn man nach außen kommuniziert, was man braucht, dann melden sich die Leute. Das Nikolauskloster hat eine Zukunft und ich freue mich, sie als Teil der Gemeinschaft im Kloster mitgestalten zu dürfen.

Das Gespräch führte Maximilian Röll