Neusser wird Leiter der Priesterausbildung im Erzbistum Köln

Quelle: Erzbistum Köln
Quelle: Erzbistum Köln
Das Erzbischöfliche Priesterseminar Köln und das Erzbischöfliche Theologenkonvikt Collegium Albertinum Bonn erhalten zum 1. September 2021 eine neue Leitung: Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki hat Pfarrer Regamy Thillainathan zum neuen Regens und Direktor ernannt. In seiner neuen Position verantwortet Pfarrer Thillainathan die Priesterausbildung im Erzbistum Köln. Der gebürtige Neusser folgt auf Pater Romano Christen (FSCB), der noch bis zum 31. August 2021 Direktor des Collegium Albertinum und kommissarischer Regens des Priesterseminars ist. Ebenfalls zum 1. September 2021 übernimmt Pfarrer Ralf Neukirchen die Aufgabe des Spirituals im Priesterseminar, im Collegium Albertinum und im Erzbischöflichen Diakoneninstitut.

"Ich bin Pfarrer Thillainathan sehr dankbar, dass er nach unseren Gesprächen in den vergangenen Monaten diese verantwortungsvolle Aufgabe übernimmt. Mit den Berufungen von Pfarrer Regamy Thillainathan und Pfarrer Ralf Neukirchen will ich ein starkes Zeichen des Aufbruchs setzen", erklärt Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki. Damit verbunden sei die Hoffnung auf neue Akzente in einer zukunftsweisenden Priesterausbildung, die auch die Erkenntnisse aus der Unabhängigen Untersuchung berücksichtigt.

Regamy Thillainathan, Jahrgang 1982, ist in Neuss aufgewachsen und hat sri-lankische Wurzeln. Nach dem Abitur in Neuss und der Aufnahme ins Collegium Albertinum studierte er Theologie in Bonn, Pune/Indien und Burgos/Spanien. 2008 wurde er zum Diakon geweiht und empfing 2009 die Priesterweihe. Nach Stationen in Düsseldorf erfolgte 2015 seine Berufung zum Diözesandirektor und Leiter der Diözesanstelle für Berufungspastoral im Erzbistum Köln. Seit dem 1. September 2019 ist er zudem im Mentorat für Studierende der katholischen Theologie in Bonn tätig. In den vergangenen Jahren absolvierte er in Deutschland und zuletzt in Rom fachspezifische Ausbildungen für Verantwortliche in der Priesterausbildung. Als Mitglied der Corpus-Christi Priesterbewegung ist er in zahlreichen Ländern weltweit tätig, unter anderem war er 2017 für einige Wochen auf einem Flüchtlingsrettungsschiff im Mittelmeer.

"Die Erfahrungen aus verschiedenen Ländern und Kulturen will ich ebenso mit in die zukünftige Priesterausbildung einfließen lassen, wie die Sorge um die Ärmsten der Armen", erklärt Pfarrer Thillainathan. "Mein Primizspruch lautet ‚Ich bin mit Dir‘. Das ist Gottes Zusage an uns Menschen. Diese Botschaft möchte ich leben und weitergeben. Sie soll mir auch als Richtschnur meiner künftigen Arbeit dienen."

Die Pfarrer Thillainathan und Neukirchen werden zusammen mit Repetent Markus Söhnlein (auch gebürtiger Neusser) und der ebenfalls neu ernannten Referentin in der Priester- und Diakonenausbildung, Frau Dr. Carmen Breuckmann-Giertz, das Leitungsteam bilden und die Priesterausbildung gemeinsam verantworten. 
 
Beobachter gehen davon aus, dass mit dieser Personalentscheidung ein weiterer Pflock für einen langfristigen Umbau der Priesterausbildung im Erzbistum Köln gesetzt ist. Die Einsetzung einer gemeinsamen Leitung für Theologenkonvikt und Priesterseminar liegt zurzeit nahe, weil das Priesterseminar während der umfassenden Sanierung seines Kölner Gebäudes in Bonn untergebracht ist. Darüber hinaus wird sie jedoch als Hinweis darauf gedeutet, dass beide Einrichtungen auf Dauer unter einem Dach zusammenbleiben – und zwar in Köln, sobald das dortige Haus saniert ist. Dann könnten die künftigen Priester an der bistumseigenen Kölner Hochschule für katholische Theologie studieren und nicht mehr an der Universität Bonn. Mit deren theologischer Fakultät befindet sich Kardinal Woelki seit längerem im Streit.