Nikolauskloster: Jahrhundertalte Bücher sind wieder aufgetaucht

Pater Andreas Petith freut sich über die Entdeckung uralter Bücher im Nikolauskloster. Foto: TZ
Pater Andreas Petith freut sich über die Entdeckung uralter Bücher im Nikolauskloster. Foto: TZ

Pater Andreas Petith kann sich noch genau daran erinnern: Als er 1975 als Schüler ins Nikolauskloster der Oblatenmissionare bei Glehn kam, gab es noch die alte Bibliothek im ersten Stockwerk. Die Bücherei musste jedoch weiteren Schülerzimmern weichen, ein Teil der Literatur landete in Mainz, ein anderer auf dem Speicher.

Heute ist Petith als Rektor der Chef des Hauses und hat die ruhige Corona-Zeit wie so viele andere Menschen genutzt, um den Dachboden aufzuräumen. Und was er dort entdeckte, erfreute ihn sehr: Es waren 20 ebenso großformatige wie seitenstarke Bücher aus der alten Bibliothek, deren Erscheinungsdaten bis ins 16. Jahrhundert zurückreichen. Eine Exegese der Paulus-Briefe befindet sich darunter, der zweite Band der Jesuiten-Kommentare zur Bibel fehlt ebenso wie ein dickes Messbuch mit kunstvoll gestalteten Buchstaben in Schwarz und Rot.

Auch ein voluminöser Überblick über die Grundstücksgeschäfte in der Umgebung von anno dazumal ist wieder aufgetaucht. Damit reicht die Chronik weit zurück in die Zeit der Franziskaner-Tertiaren, die eine Einsiedelei an der heutigen Köln-Aachener Bistumsgrenze zu einem blühenden Kloster gemacht hatten, das 1803 säkularisiert und 1905 von den Oblatenmissionaren übernommen wurde. Die Wälzer fanden jetzt ihren würdigen Platz in der neuen Bibliothek im Erdgeschoss.