Päpstliche Ehrung für Margarete Kerschbaumer

Päpstliche Ehrung für Margarete Kerschbaumer
Margarete Kerschbaumer wurde jetzt der päpstliche Orden „Pro Ecclesia et Pontifice“ verliehen. Damit wird ihr vielfältiges Engagement in der katholischen Kirche gewürdigt, vor allem das langjährige segensreiche Wirken in der Abschiebehaftanstalt für Frauen in Neuss.

Rund 15 Jahre lang engagierte die Meerbuscherin sich im Abschiebegefängnis in der Neusser Innenstadt. 1994 initiierte sie den Arbeitskreis "Frauenabschiebehaft Neuss" im Stadtdekanat Neuss, der später zu einem Sachausschuss des Katholikenrates wurde. Im Mittelpunkt ihres Wirkens stand das Ziel, den inhaftierten Frauen, die meist illegal eingereist oder mit einem Touristenvisum oder mit Schleppern hergekommen waren, ein menschlicheres Dasein zu ermöglichen. Wöchentlich wurden Handarbeits- und Bastelstunden organisiert, in denen sich die Gefangnisinsassen ablenken und entspannen können. Die Handarbeit bildete dabei oftmals den Rahmen für einen Erfahrungsaustausch und tiefere Gespräche. Auch das "Wohn"-Umfeld konnte verbessert werden. So wurden die Anstaltsküche oder der Hof verschönert, für den Aufenthaltsraum wurden ein Fernseher und ein DVD-Player gekauft.

Kreisdechant Msgr. Guido Assmann nahm jetzt die Ordensverleihung im Rahmen einer kleinen Feierstunde nach der Jugendmesse "P10" vor. Der Katholikenrat im Rhein-Kreis Neuss hatte die Auszeichnung angeregt. Bereits im Jahr 2006 wurde der Sachausschuss "Frauenabschiebehaft" mit dem Anton-Roesen-Preis des Kölner Diözesanrates ausgezeichnet, Margarete Kerschbaumer erhielt 2008 die Verdienstmedaille des Verdienstkreuzes der Bundesrepublik Deutschland.