Petition gestartet: Pater Adalbert soll bleiben

Petition gestartet: Pater Adalbert soll bleiben
Für viele Meerbuscher begann das neue Jahr mit einer schlechten Nachricht. Pater Adalbert Dabrowski, beliebter Pfarrvikar in der katholischen Pfarrgemeinde St. Mauritius und Heilig Geist im Stadtteil Büderich, wird in der zweiten Jahreshälfte versetzt. Die Betroffenheit ist groß, es regt sich Widerstand.
 
Pfarrer Michael Berning bringt auf den Punkt, was viele Gemeindemitglieder empfinden: „Wir werden ihn schmerzlich vermissen, denn er hat durch die offene und immer fröhliche Art seines Dienstes die Herzen aller Büdericher erobert. Auch ich selbst verliere in ihm einen stets loyalen und mitbrüderlichen Freund.“ Einige Gemeindemitglieder wollen es nicht bei Worten belassen und haben jetzt eine Online-Petition auf der Seite change.org gestartet. Diese Petition richtet sich an den Erzbischof von Köln, Rainer Maria Woelki. Die klare Forderung: Pater Adalbert muss bleiben. Schon mehr als 600 Unterstützer (Stand: 29. Januar) haben die Petition unterzeichnet – das sind bald mehr, als an normalen Sonntagen zum Gottesdienst kommen. In Kommentaren drücken die Unterzeichner aus, was sie an ihrem Seelsorger haben: „Er ist das Herz der Gemeinde“, schreibt etwa Birgit Haines-Sliepen. Ricardo Corominas lobt die bedingungslose Hingabe und den Einsatz für die Gemeinde. In vielen Kommentaren wird deutlich, dass Pater Adalbert es versteht, auch die junge Generation anzusprechen, die eigentlich den kirchlichen Angeboten immer mehr fernbleibt.
 
So hart die anstehende Versetzung viele trifft – in gewissen Abständen sind in der katholischen Kirche Versetzungen üblich. Und Pater Dabrowksi kann bereits auf eine 14jährige Dienstzeit in Meerbusch zurückblicken. Pfarrer Berning verweist ebenfalls darauf und kündigt zudem an, dass mit dem Franziskanerpater Robert Jauch bereits im Sommer ein Nachfolger kommen soll: „Ich bin unserem Erzbischof sehr dankbar, dass wir wieder einen Pfarrvikar bekommen, denn wiederholt ist mir in der Vergangenheit signalisiert worden, in Zukunft müsste unsere Gemeinde mit lediglich einem hauptamtlichen Priester auskommen.“
 
Kennern der Bistumsverwaltung zufolge ist das Anliegen der Petition aussichtslos. Es gilt das abgewandelte Sprichwort „Colonia (eigentlich: Roma) locuta, causa finita“ – Wenn Köln gesprochen hat, ist die Sache entschieden. Und doch werfen die Petenten ein Argument in die Waagschale, an dem die Personalabteilung des Erzbistums in Zukunft immer schwerer dran vorbeikommt: Die Regelversetzung sei – so die Petition – ein Instrument der Priesterrotation aus Zeiten des Priesterüberschusses. Konkret bedeutet das: Als es in einer Gemeinde noch mehrere Priester gab, fiel es nicht so sehr ins Gewicht, wenn einer mal die Stelle wechseln musste. Das ist heute anders: Vielerorts gibt es weniger Priester als Kirchen, oftmals müssen sich ein oder zwei Geistliche um viele Tausend Gläubige kümmern. Diese wollen jedoch den Kontakt zu „ihrem“ Pastor behalten und nicht ständige Wechsel. Auch für die Priester ist es heutzutage wichtiger denn je, ein stabiles Umfeld mit persönlichen Bindungen zu haben. Sie leben nicht mehr wie einst zu mehreren im Schatten des Kirchturms, sondern oftmals allein. Nicht wenige Geistliche befürchten Vereinsamung. Darüber beklagten sich erst kürzlich Kölner Priester des Weihejahrgangs 1967 in einem viel beachteten offenen Brief.