St. Martin kommt in die Klassen: Alternativ-Programme statt Laternenzüge

St. Martin - wie hier in Holzheim - zieht diesmal nicht dem Umzug voran, sondern kommt in die Kitas und Schulen. Archivfoto: TZ
St. Martin - wie hier in Holzheim - zieht diesmal nicht dem Umzug voran, sondern kommt in die Kitas und Schulen. Archivfoto: TZ

Keine Spendensammler, die von Haus zu Haus ziehen, keine Laternenzüge mit Bischof, Pferd und Bettler: Das Corona-Virus hat auch im Kreisdekanat Neuss Auswirkungen auf das Martinsbrauchtum. In Vergessenheit soll die christliche Botschaft des Teilens trotzdem nicht geraten. Die Organisatoren haben Alternativen entwickelt.

Etwa in Kapellen, wo sonst 2000 Teilnehmer beim größten Martinszug der Region dabei sind. St. Martin wird dort die Grundschulen und Tagesstätten einzeln besuchen, wo jedes Kind einen Weckmann bekommt, um ihn in der Familie zu teilen. Als Rahmenprogramm zieht der Musikverein Holzheim durch den Ort und spielt Martinslieder. In Holzheim selbst, wo normalerweise beim Umzug 1000 Teilnehmer gezählt werden, gibt es für die Schul- und Kindergartenkinder eine Martinstüte, die aus den Rücklagen des Komitees finanziert wird.

In Stürzelberg basteln die Jungen und Mädchen der Grundschule Laternen, die sie am Tag des Umzugs heraushängen als Ausdruck des Gemeinschaftsgefühls in schwieriger Zeit. In Büderich ist eine „kontaktlose Verteilung“ von Weckmännern an Senioren geplant. Und beim Martinskomitee Neuss-Altstadt heißt es: „Was wir beisteuern können, damit St. Martin würdevoll gedacht werden kann, werden wir tun. Natürlich werden wir auch allen sonst teilnehmenden Kindern ihren Weckmann ermöglichen. Uns blutet das Herz. Wir hoffen auf 2021.“