Trauer im Nikolauskloster: Pater Andreas Petith verstorben
22.07.2026
Die Oblatenmissionare und viele andere Gläubige trauern um Pater Andreas Petith, den Rektor des Nikolausklosters bei Glehn. Er ist an seiner Krebserkrankung auf der Palliativstation verstorben. Dies teilt das Provinzialat des Ordens in Hünfeld in Hessen mit.
„Wo immer Pater Andreas Petith wirkte, begegnete er den Menschen mit Offenheit, Hilfsbereitschaft und Nähe. Sein Fleiß, seine Verlässlichkeit und seine pastorale Weite machten ihn zu einem geschätzten Seelsorger und Mitbruder. Er verstand es, Menschen für den Glauben zu begeistern, Gemeinschaft zu stiften und Räume zu schaffen, in denen sich Menschen angenommen wussten“ erklärt Provinzial Pater Christoph Heinemann.
Besonders das Nikolauskloster trägt unverkennbar Petiths Handschrift. Dort verbrachte er den größten Teil seines Ordenslebens. Mit seinem Einsatz hat er dazu beigetragen, dass dieser Ort zu einer Stätte der Begegnung, des Gebets, der Gastfreundschaft und der Erholung wurde – geprägt von einem beispielhaften Miteinander zwischen der Kommunität und den vielen ehrenamtlichen Unterstützerinnen und Unterstützern. Als Rektor des Nikolausklosters füllte Pater Andreas seine Rolle mit großer Klarheit aus. Er wusste um die Verantwortung, die ihm für diesen Ort anvertraut war, und setzte sich mit Nachdruck für die Menschen und das Nikolauskloster ein. Zugleich blieb er als Mensch stets bescheiden und war sich für keine Aufgabe zu schade.
Andreas Petith wurde 1956 in Bad Homburg vor der Höhe geboren, mit 19 Jahren kam er 1975 als Schüler zum ersten Mal ins Nikolauskloster. Er erwarb am Abendgymnasium in Neuss die Hochschulreife und schloss eine Ausbildung zum Erzieher erfolgreich ab. Im Anschluss trat Petith in das Noviziat der Oblatenmissionare ein und begann seinen Weg in der Ordensgemeinschaft: 1982 legte er die ersten Gelübde ab, 1985 die ewigen Gelübde. Nach dem Theologiestudium empfing er 1987 die Diakonenweihe und 1988 die Priesterweihe.
Seine ersten Monate als Priester verbrachte Pater Andreas als Aushilfe im Nikolauskloster. Von 1989 bis 1992 wirkte er als Kaplan in Duisburg-Rheinhausen in einer Projektkommunität, die sich in besonderer Weise den Armen und Bedürftigen verpflichtet wusste. Dieser Dienst entsprach seinem Wesen: Menschen mit Offenheit zu begegnen, ihnen zuzuhören und ihnen die Nähe Gottes erfahrbar zu machen.
Von 1992 bis 2001 kehrte er ins Nikolauskloster zurück. Neben seinen Aufgaben im Haus und in der Klosterkirche war er als Schulseelsorger am St.-Bernhard-Gymnasium in Willich-Schiefbahn tätig. Als eine kurze Unterbrechung erscheint der Dienst als Schulseelsorger und Hausoberer in Burlo. Bereits 2003 führte ihn sein Weg erneut ins Nikolauskloster, diesmal als Rektor. Bis 2012 prägte er das Haus mit großem Engagement, pastoraler Weite und einem feinen Gespür für die Menschen, die dort ein- und ausgingen.
Ein weiterer bedeutender Abschnitt seines Wirkens führte ihn von 2012 bis 2019 nach Maria Taferl in Niederösterreich, dem zweitgrößten Wallfahrtsort des Landes. Als Pfarrer und Hausoberer leitete er dort die Gemeinde und die Oblatenkommunität. Von dieser Zeit sprach er später immer wieder mit großer Freude und Dankbarkeit. Die Begegnungen mit den Pilgerinnen und Pilgern, das Leben am Wallfahrtsort und die Erfahrungen in der Gemeinde blieben ihm eine wertvolle Erinnerung. 2013 bis 2025 war Pater Andreas Petith zudem Mitglied des Provinzrates und übernahm so Verantwortung für die gesamte mitteleuropäische Provinz. Im Jahr 2019 kehrte Pater Andreas als Hausoberer an den Ort zurück, der für ihn weit mehr als eine Wirkungsstätte war: das Nikolauskloster. Es war sein Herzensort.