Wir haben den Hunger satt – Topf-Demo gegen den Hunger

Auch Jugendliche aus der Neusser Mariengemeinde beteiligten sich an der Deomnstration.
Auch Jugendliche aus der Neusser Mariengemeinde beteiligten sich an der Deomnstration.
Wir haben den Hunger satt – Unter diesem Motto demonstrierten kürzlich rund 100 Menschen, darunter viele Kinder und Jugendliche, gegen den Hunger in der Welt. Aufgerufen zu dieser Aktion hatte die Neusser Eine-Welt-Initiative (NEWI), auch einige katholische Gruppen nahmen teil.
 
Die Demonstration war nicht nur unübersehbar, sondern auch unüberhörbar, denn die Teilnehmer trommelten laut auf leeren Töpfen. Damit bedienten sie sich einer Aktionsform aus Lateinamerika. Vor allem Frauen aus Argentinien und Chile haben in Zeiten der Lebensmittelknappheit auf diese Weise dagegen demonstriert, dass ihre Töpfe leer waren und sie ihre Familien nicht ernähren konnten. Mehrere Gruppen zogen in einem Sternmarsch vor das Neusser Rathaus. Dort sprach Benjamin Luig, Mitglied des katholischen Hilfswerkes Misereor und Referent für Agrarwirtschaft. In seiner Rede fasste er die Forderungen der Demonstranten zusammen: „Wir möchten, dass die Regierung dafür sorgt, dass die Landwirtschaft gesünder wird, also zum Beispiel nicht so viel Getreide als Mastmittel verschwendet wird.“ Außerdem müssten die Börsen-Spekulation auf Nahrungsmittel aufhören und die Kleinbauern, die sich kaum selbst ernähren könnten, aber 70 Prozent der Nahrungsmittel herstellten, gestützt werden.
 
Bevor die Aktionsgruppen wieder in ihre angestammten Stadtviertel zurückzogen, unterstrichen sie die Forderungen durch gemeinsames rhythmisches Trommeln unter Anleitung einer Samba-Gruppe der Pfarrgemeinde Christ König.