160 Jahre KÖB St. Andreas in Norf

Eine alte Karteikarte belegt die Gründung des Borromäus-Vereins Norf.
Eine alte Karteikarte belegt die Gründung des Borromäus-Vereins Norf.
In das Jahr 1856 fielen für die damals noch eigenständige Gemeinde Norf Ereignisse von großer Bedeutung: So wurde etwa der Bahnhof Norf an der Eisenbahnstrecke von Köln nach Krefeld eröffnet. In dieselbe Reihe von Großereignissen stellte der frühere Schulleiter Karl Kuhl die Gründung des Borromäus-Vereins, des Vorläufers der heutigen katholischen Bücherei St. Andreas. Er sprach bei einem Festakt anlässlich des 160-jährigen Bestehens dieser Einrichtung.
 
Die Intention des Borromäusvereins, so Kuhl, war es, einen Bücherverein aufzubauen, der die Verbreitung guter Literatur vorsah. Damals wie heute verkaufte der Borromäusverein preiswert empfohlene Bücher. Kuhl betonte die Entwicklung und Bedeutung des Vereins für die katholische Volksbildung. Während ursprünglich nur Jungen Lesen, Schreiben und Rechnen lernen sollten – Mädchen sollten im 19. Jahrhundert bis zur Heirat nur Haushaltsführung erlernen – unterstützte der Verein nach der endgültigen Einführung der allgemeinen Schulpflicht  auch das Leseverhalten der Schülerinnen.
Den Fokus auf die heutige Arbeit richtete Büchereileiter Manfred Berdel. Er wies darauf hin, dass die von 25 Helfern ehrenamtlich betriebene Bücherei mit einem Bestand von ca. 4.000 Medien noch heute die Leseförderung und damit verbunden die Zusammenarbeit mit Familienzentren, Kindergärten und Grundschulen vor Ort pflegt. Berdel erwähnte auch Kooperationen mit dem Heimatverein Norf, der Stadtbibliothek Neuss und einem Literaturkreis.
Der als „Lesarzt“ bekannte Dr. Michael Dörr bereicherte die Veranstaltung mit einem Beitrag zum Thema „Lachen ist die beste Medizin“.
 
Neben Ehrengästen aus Politik, Verwaltung und Erzbistum Köln konnten beim Festakt auch ehemalige Büchereileiter begrüßt werden. Die Veranstaltung bot zudem Gelegenheit, Mitarbeiter für langjährige Büchereidienste besonders auszuzeichnen.