Erster Prior von Langwaden feiert Jubiläum

Pater Theobald Stibitz in der Langwadener Klosterkapelle. Foto: TZ
Pater Theobald Stibitz in der Langwadener Klosterkapelle. Foto: TZ
„Ich war ziemlich allein“, sinniert Theobald Stibitz (88). Der Zisterzienser-Pater, erster Prior von Langwaden, hat Herkulesarbeit geleistet, als das Kloster vor 50 Jahren zu einer neuen Blüte geführt wurde. 

Gerade einmal ein Pater und ein Frater, der zum Studieren meist in Rom weilte, hatte Stibitz an seiner Seite, als es darum ging, alten Mauern neues Leben einzuhauchen. Jetzt begeht der Ordensmann selbst ein Jubiläum: Vor 65 Jahren legte er die Ewige Profess ab. Gefeiert wird dies am Pfingstmontag, 13. Juni, ab 10.30 Uhr in einem Hochamt in der Kapelle, dem sich ein Empfang im Kreuzgang anschließt. 

„Die Gebäude waren arg in Mitleidenschaft gezogen, und eine Kapelle musste hergerichtet werden“, erinnert sich der humorvolle Mönch an den Beginn in Langwaden. Auch Einzelheiten sind in seinem Gedächtnis haften geblieben. Zum Beispiel jene, dass das Chorgestühl des Gotteshauses von Karthäusern stammt, die Düsseldorf einst in Richtung Süddeutschland verlassen hatten. Finanzielle Schwierigkeiten bei der Klostergründung musste Pater Theobald ebenso bewältigen. „Ich habe mehr als einmal zum heiligen Josef gebetet, dass wir Spenden bekommen. Wir hatten ja nichts“, berichtet der Jubilar. Er war Spiritual in der Zisterzienserinnen-Abtei Waldsassen, als ihn der Ruf des Generalabts erreichte, nach Langwaden zu gehen. Besonderes beeindruckt war Stibitz von der Teilnahme an einem Generalkapitel des Ordens. „Ich als kleiner Prior in Rom…“, blickt er gern auf das Großereignis zurück. Übrigens: Der in Rom studierende Frater, der Stibitz vor 50 Jahren unterstützte, war Bernhard Thebes, der später sein Nachfolger und Abt von Osek in Böhmen wurde. 

Theobald Stibitz stammt aus dem Sudetenland und wurde zuerst Ingenieur, „weil der Vater das so wollte“. 1945 trat er ins Kloster Osek ein. Das Noviziat war nur kurz, die Mönche wurden vertrieben. Pater Theobald fand Aufnahme im Kloster Marienstern in Sachsen und studierte Theologie im bayerischen Eichstätt. Der Priesterweihe in einer Münchner Notkirche folgten etliche Stationen, „an denen ich gebraucht wurde“, wie der Geistliche bescheiden sagt.
Nach der Langwadener Aufbauzeit verschlug es den Zisterzienser nach Österreich. Er wirkte als geistlicher Begleiter und Exerzitienleiter der Schwestern vom heiligen Kreuz und ihrer Gäste in Scheffau am Wilden Kaiser. 

Nach 37 Jahren im Erzbistum Salzburg kehrte Stibitz 2008 zurück zu den Wurzeln im Kloster Langwaden. Er feiert täglich die heilige Messe mit, hört die Beichte und ist gerade den jüngeren Mitbrüdern gern gesuchtes Vorbild. Oder wie es Pater Bruno Robeck, der heutige Prior, ausdrückt: „Mit seiner freundlichen und freudigen Art bringt Pater Theobald Sonnenschein in unseren Konvent hinein.“