Glockenkonzert in der Knechtstedener Basilika war ein Erfolg

13.12.2021

Im Glockenstuhl der Basilika hängen Instrumente mit einem Gesamtgewicht von zehn Tonnen. Foto: Förderverein

Die Knechtstedener Glocken bestehen seit 90 Jahren, und gefeiert wurde dies im Rahmen eines Glockenkonzerts, zu dem der Förderverein des Missionshauses Knechtsteden eingeladen hatte. Rund 70 Besucher kamen konnten bei der rund einstündigen Veranstaltung die Glocken der Basilika neu erleben.

Stephan Großsteinbeck vom Vorstand des Fördervereins präsentierte die wechselvolle Geschichte der Instrumente von der Zeit der Prämonstratenser bis heute. Im Jahr 1931 ließen die Knechtstedener Spiritaner fünf Bronzeglocken gießen, und zwar beim renommierten Betrieb Otto in Hemelingen bei Bremen.

Im Rahmen des Konzerts wurden zunächst alle fünf Glocken einzeln vorgestellt, erklärt und geläutet. Die Besucher waren beeindruckt, dass im Turm der Basilika Glocken mit einem Gesamtgewicht von rund zehn Tonnen hängen. Die Dreifaltigkeitsglocke ist die zweitschwerste Glocke im Rhein-Kreis Neuss – mit einem Einzelgewicht von rund vier Tonnen nach der 5,7 Tonnen schweren Quirinus-Glocke im Neusser Münster.

Danach wurden die Glocken in verschieden Läute-Kombinationen vorgestellt, die so sonst nie zu hören sind. Markus Mockel vom Förderverein des Missionshauses präsentierte als musikalischer Leiter mit fünf Helfern auf dem Turm die verschiedenen Zweier-, Dreier- und Vierer-Geläute-Motive. Besonders Interessant und für viele Besucher neu war das Beiern, das heißt das händische Anschlagen der Glocken.

Höhepunkt war das „Vollgeläut“ aller fünf Glocken, das sonst nur an hohen kirchlichen Feiertagen zu hören ist. Im „Glockenbuch des Dekanats Dormagen“ schreibt der Experte Gerhard Hoffs: „So verfügt die Basilika St. Andreas heute über das größte, noch vollständig erhaltene Zwischenkriegsgeläute der Glockengießerei Otto aus Bremen-Hemelingen in Nordrhein-Westfalen und eines der schönsten Geläute des Rheinlandes. Die ganze rheinische Glockenlandschaft weist kein Bronzegeläut aus dem Jahre 1931 von der Firma Otto aus, das so tontief und so umfangreich ist.“ Dies hat das Konzert eindrucksvoll bestätigt.