Impfteam an der Suppenküche: Bedürftige nutzten die Chance

Das Impfteam der Malteser, des DRK und der St.-Augustinus-Gruppe war mit dem Ergebnis der Aktion sehr zufrieden.

Dass die Menschen an der Suppenküche der Neusser St.-Augustinus-Gruppe im Haus St. Agnes an Nordkanalallee mittags Schlange stehen, ist nichts Ungewöhnliches. Doch jetzt ging es nicht nur darum, sich dort eine warme Mahlzeit abzuholen: Erstmals gab es auch eine mobile Impfaktion mit den Maltesern und dem DRK. Das Angebot gegen Covid-19 wurde gut angenommen.

„Mir geht es richtig gut“, strahlt Meik Schüngel nach seiner Impfung. Der 51-Jährige besucht die Suppenküche regelmäßig und erfuhr von den ehrenamtlich Mitarbeitern von dem Termin. „Für mich war es keine Frage, ob ich mir hier den Pieks geben lasse. Jetzt bin ich geschützt und schütze auch noch andere. Toll, dass das hier so unkompliziert möglich war.“

Um möglichst viele Menschen zu erreichen, kamen auch Impfwillige zum Zuge, die keinen Ausweis dabeihatten. Denn: „Jede Impfung zählt“, weiß Karl Heinrich Bertelmann-Ginster, Einrichtungsleiter der Tagesstruktur und Netzwerke der St.-Augustinus-Behindertenhilfe. So konnten auch Spontane draußen, vor den Räumlichkeiten der Suppenküche, die bereits ausgelegten Formulare zur Impfung ausfüllen. Im Gebäude bekamen sie nach einem kurzen Gespräch mit der Ärztin eine Johnson & Johnson-Dosis verabreicht. Damit ist der volle Schutz nach zwei Wochen gegeben und ein zweites Kommen nicht notwendig. Danach gab es im Freien noch einen heißen Kaffee oder Wasser sowie das bewährte Mittagessen to go. „Das ganze Vorgehen haben wir im Vorfeld natürlich mit dem Impfzentrum abgestimmt“, so Bertelmann-Ginster. 

Dass der Impftermin mit den Öffnungszeiten der Suppenküche kollidierte, war kein Zufall: „Es war unser Ziel, möglichst viele unserer Gäste schützen zu können“, sagt Andrea Fuchs-Kahlki, die in der Einrichtung für wohnungslose Frauen arbeitet. „Denn wir wollen die warmen Gerichte künftig gerne wieder in unseren Innenräumen, statt zum Mitnehmen anbieten, um die Geselligkeit zu fördern.“

Und nicht nur Bedürftige nutzten die Chance: Ismaila Diallo erfuhr von seinen Kollegen von der unkomplizierten Aktion und war einer der ersten Anwärter des Tages: „Ohne Impfung geht nichts mehr, und ich möchte demnächst wieder in den Urlaub fahren“, sagt der Wahl-Neusser. Somit verzeichnete das Impf-Team insgesamt 33 Menschen in seiner Liste. „Das ist ein schöner Erfolg“, so Bertelmann-Ginster.