Impulse für die Gestaltung des Ruhestands im Pfarrzentrum Heilige Dreikönige

24.03.2026

„KRE-AKTIV – im Lebensabschnitt 3.0“: Die Gemeindecaritas Rhein-Kreis Neuss hatte erstmals zu einem Workshop eingeladen. Foto: Axel Küppers
„KRE-AKTIV – im Lebensabschnitt 3.0“: Die Gemeindecaritas Rhein-Kreis Neuss hatte erstmals zu einem Workshop eingeladen. Foto: Axel Küppers

Mit einer Fülle an Anregungen und Inspiration haben die Teilnehmer des Caritas-Workshops „KRE-AKTIV – im Lebensabschnitt 3.0“ das Neusser Pfarrzentrum Heilige Dreikönige verlassen. Die Gemeindecaritas Rhein-Kreis Neuss hatte erstmals zu einem Workshop eingeladen, bei dem die Teilnehmer an der Schwelle zum Ruhestand für sich entdecken können, ob und wie sie sich ehrenamtlich engagieren möchten. Die Veranstaltung ist in Kooperation mit dem „Netzwerk 55plus Neuss Mitte“ und dem Lotsenpunkt „Neuss-Stadtmitte“ angeboten worden.

„Sie arbeiten künftig nicht mehr für Geld, Sie arbeiten für Sinnstiftung“, bringt es Moderator Udo Böhmer auf den Punkt. Zusammen mit Jan Reisener führt der Moderator vom Team „Die Mutmacher“ durch den Workshop, der eine Menge Sinnstiftendes auf Flipcharts, Karteikarten, Schreibblöcken und in den Köpfen der Teilnehmer hinterlässt. Das Duo erarbeitet kreativ den Schwerpunkt der Veranstaltung heraus: Eigenreflexion entwickeln mit Fragestellungen wie: Was werde ich vermissen, wenn ich in Rente gehe? Was sind jetzt meine Zeitfresser? Wie kann ich sie verhindern, so dass ich etwas für mich tun kann? Der Austausch ist spannend zwischen Teilnehmern, die noch berufstätig sind, und Teilnehmern, die den Ruhestand bereits angetreten haben.

Die Organisatoren Silvia Wolter und Jürgen Weidemann vermitteln Beispiele, wo und wie Ehrenamt in einem katholischen Wohlfahrtsverband mit 1200 Mitarbeitern und 80 Diensten als bereichernde Lebensperspektive im Anschluss an das aktive Arbeitsleben möglich ist. „Unser Anspruch als Caritas ist, die Lebensqualität für unsere Klienten, Pflegeheim-Bewohner und Kunden zu verbessern – hier wirken Sie auf Augenhöhe mit den Hauptamtlichen mit“, berichtet Silvia Wolter. Der Gemeindecaritas ist wichtig, die Ehrenamtlichen zu begleiten, zu fördern und in ihrer wertvollen Tätigkeit passgenau und wohnortnah einzusetzen.

Einsatzbereiche sind etwa die sechs Caritas Seniorenzentren, der Fachdienst für Integration und Migration, die Caritas-Kitas und das Dormagener „Haus der Familie“ mit generationsübergreifenden Angeboten, die Sozialkaufhäuser in Neuss und Grevenbroich, drei Radstationen sowie „55plus“-Netzwerke und Quartiersinitiativen.

Hier greift Bettina Kasche, Caritas-Fachbereichsleiterin, den Faden auf und erläutert die Aufgabenfelder des Fachbereichs Senioren. Beratung und Unterstützung gehören dazu. Ein gutes Beispiel bieten die Jugendlichen der Taschengeldbörsen in Kaarst und Dormagen. Entlastung bringen ferner die Betreuungsgruppen für Menschen mit Demenz. Soziale Kontakte werden in den elf wohnortnahen Lotsenpunkten verschiedener Träger in Neuss geknüpft oder kreisweit in den „55plus“-Netzwerken. Dazu berichtet der langjährige Ehrenamtler Herbert Flory anschaulich über seine Tätigkeiten im Netzwerk „55plus“ wie Handwerksdienst oder Fahrradgruppe.

Nach dem Erfolg der Premiere im Heilige-Dreikönige-Pfarrzentrum überlegen Silvia Wolter, Bettina Kasche und Jürgen Weidemann, das Workshop-Format andernorts im Rhein-Kreis zu wiederholen, um auch in anderen Kommunen Werbung für ehrenamtliches Engagement im fortgeschrittenen Alter zu fördern und sinnstiftende Wege in den Ruhestand aufzuzeigen. „Möglicherweise im Herbst in Dormagen und im Anschluss in Grevenbroich“, so Jürgen Weidemann, der dem Workshop beim abschließenden Fazit ebenso wie alle anderen Teilnehmenden die Karte „Daumen hoch“ attestiert. Nähere Informationen bei der Gemeindecaritas Rhein-Kreis Neuss. Ihre Telefonnummer lautet (0 21 81) 23 83 71, ihre E-Mail-Adresse gemeindecaritas@caritas-neuss.de.