Johanna-Etienne-Krankenhaus: Ausländische Pflegekräfte schließen Prüfung herausragend ab

29.04.2022

Bestanden! Pflegedienstleiterin Anna Turczynski (Mitte) freut sich mit den ausländischen Pflegekräften über ihren Erfolg.

Sheila Bothe kann stolz auf sich sein: Die freigestellte Praxisanleiterin hat für ausländische Pflegekräfte einen Vorbereitungskurs auf die sogenannte Kenntnisprüfung konzipiert – ganz unabhängig von staatlichen Schulen und Bildungseinrichtungen. Und dieser Kurs trägt jetzt auch am Johanna-Etienne-Krankenhaus Früchte: Gerade haben die ersten zwölf Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfolgreich die Anerkennung zu Gesundheits- und Krankenpflegekräften abgelegt und sind nun bei der St.-Augustinus-Gruppe, zu der das Krankenhaus gehört, angestellt. Drei Teilnehmer haben sogar mit einem herausragenden Ergebnis bestanden.

„Wir haben Pflegekräfte aus Mexiko, Tunesien und den Philippinen in acht Monaten auf diese Prüfung vorbereitet. Da sind die Vorerfahrungen sehr unterschiedlich und müssen zunächst angeglichen werden“, so Bothe. Gesetzlich vorgeschrieben ist, dass ausländische Pflegekräfte aus sogenannten Drittstaaten eine Kenntnisprüfung ablegen, um die Gleichwertigkeit ihrer Examina sicherzustellen. Die Kursinhalte orientieren sich an den Vorgaben des Krankenpflegegesetzes.

Dabei wird der Erwerb von Fachkenntnissen eng mit dem berufsbezogenen Sprachkurs verbunden. Die abschließende Kenntnisprüfung besteht dann aus einer mündlichen und einer praktischen Prüfung. Herenaldo Abregana aus den Philippinen begeisterte sprachlich und inhaltlich mit einer herausragenden Leistung. „Ich bin so glücklich über die bestandene Prüfung und freue mich jetzt auf die Arbeit hier im Johanna-Etienne-Krankenhaus“, sagt der 29-Jährige.

Im Vorbereitungskurs hat Herenaldo Abregana entsprechend viel geleistet: Das Schulungskonzept von Sheila Bothe beginnt mit einem intensiven Sprachkurs von 16 Wochen. Der weitere Ausbildungskatalog ist vielfältig und umfasst unter anderem die Bereiche medizinische Grundlagen, pflegewissenschaftliche Inhalte, Gesundheitsförderung sowie das Erkennen, Erfassen und Bewerten von Pflegesituationen bei Menschen aller Altersgruppen. „Besonderen Wert lege ich darauf, dass auch praktische Inhalte im Unterricht vermittelt werden, denn die Pflegekräfte legen in ihren Herkunftsländern oft andere Schwerpunkte. So sind sie oft medizinisch besser ausgebildet als pflegerisch“, erklärt Bothe.

Mit der Qualifikation und Anstellung ausländischer Pflegekräfte kann das Johanna-Etienne-Krankenhaus den Fachkräftemangel teilweise ausgleichen. „Vergessen dürfen wir dabei nicht, dass diese Menschen aus anderen Kulturkreisen zu uns kommen“, gibt Pflegedienstleiterin Anna Turczynski zu bedenken. „Deswegen haben wir ein intensives Integrationsprogramm aufgebaut.“ Jeder ausländischen Pflegekraft sei ein persönlicher Mentor an die Seite gestellt, der auch privaten Kontakt pflegt und seinen Schützling in Brauchtum, Kultur und das gesellschaftliche Leben einführt.