Katholikenrat gegen Absage von Ostergottesdiensten

Der Vorstand des Katholikenrates Rhein-Kreis Neuss lehnt eine Absage der Ostergottesdienste und eine Beschränkung auf die virtuelle Teilnahme an religiösen Feiern ab. 
 
Gottesdienste bieten den Gläubigen die Möglichkeit, sich an einem Ort zu treffen, um unter strengsten Sicherheits- und Hygienemaßnahmen gemeinsam zu beten und Ostern zu feiern. Die Menschen brauchen gerade in diesen Zeiten Gottesdienste und sollten die Wahl erhalten, in die Kirche zu gehen oder einen Gottesdienst am Bildschirm zu erleben. Der Ausfall der Ostergottesdienste vor Ort in den Kirchen ist nicht notwendig und nicht erforderlich.
 
Vor drei Monaten erst haben die Weihnachtsgottesdienste gezeigt, dass auch in Zeiten der Pandemie Gottesdienste möglich sind. Die Gemeinden haben zusätzliche Gottesdienstzeiten und -formen angeboten, um den Besuch zu entzerren. Sie haben Hygienekonzepte erstellt und – vor allem mit der Hilfe vieler ehrenamtlich Engagierter – umgesetzt. Viele Gläubige haben sich rücksichtsvoll verhalten und von sich aus auf die Gottesdienstteilnahme verzichtet. Die Kirchen waren nicht voller als an gewöhnlichen Sonntagen. 
 
Die Absage von Gottesdiensten und damit einen (mittelbaren) Eingriff in das Grundrecht der Religionsfreiheit möchte der Katholikenrat deshalb vermeiden.