Kloster Langwaden gerettet

Kloster Langwaden gerettet
Die Langwadener Kloster GmbH wird auf neue Beine gestellt: Der Neusser Dieter Krüll (68) kümmert sich seit zehn Monaten um die Sanierung des angeschlagenen Gastro-Betriebs. In 2010 will er wieder schwarze Zahlen schreiben

Etwa 800.000 Euro müssen die Langwadener Mönche in die Instandhaltung ihres Klosters investieren. Eine gewaltige Summe, die Prior Bruno Robeck und seine Zisterzienserbrüder zu stemmen haben. Und sie ist nicht die einzige finanzielle Sorge des Konvents: Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband warnte den Orden im Vorjahr dringend vor einem Verlustgeschäft. Konkret: Die Kloster-Gastronomie steckte in ernsten Schwierigkeiten.

Einer hat sie abgewendet: Dieter Krüll (68), ehemaliger Neusser Schützenkönig und Ex-Finanzchef eines großen Textilunternehmens. Der agile Ruheständler kümmert sich seit zehn Monaten um die Geschäfte der Kloster GmbH – mit Erfolg: "Hier lag vieles im Argen. Doch jetzt sind klare Kostenverhältnisse geschaffen worden." Die ganz großen Sprünge kann die Gesellschaft zwar noch nicht machen. Doch der neue Betriebsleiter Alexander Gertzen zeigt sich zuversichtlich: "Das Fundament für ein erfolgreiches Jahr 2010 ist gegossen worden. Und das werden wir nutzen."

Der 32-Jährige war vorher Service-Chef in der Neusser Skihalle und kennt sich aus in der Event-Gastronomie: "In Langwaden wollen wir künftig ein Wohlfühl-Restaurant anbieten, mit prasselndem Kaminfeuer und einem Speisenangebot, das aufs Kloster abgestimmt ist." Hausgemachter Schmalz soll ebenso auf der Karte stehen wie das rustikale "Zisterzienser-Dreierlei" mit Leber-, Blut- und Schinkenwurst – frisch angeliefert aus einer benachbarten Metzgerei.

Die warmen Gerichte werden in der Saison mit Gemüse und Kräutern aus dem zertifizierten Bioland-Garten des Konvents garniert: "Das ist ein Glücksfall. Dafür würden sich andere Gastwirte ein Bein ausreißen", meint Alexander Gertzen. Voraussichtlich Ende März will Dieter Krüll die Außengastronomie wieder eröffnen – mit einem neuen Angebot: "An jedem Wochenende wird's dort ein großes Grillbuffet geben." Beim Bier setzt er auf das älteste Klosterbräu überhaupt: "Weltenburger" gibt's in Hell und Dunkel.

Der Hotelbetrieb wird fortgesetzt: Neun von einst 22 Zimmern stehen der GmbH noch zur Verfügung. "Die restlichen Räume wurden an das Seniorenhaus des Klosters abgegeben, das erweitert wurde", betont Krüll. Mit der Auslastung ist er zufrieden: "Obwohl wir kein Schickimicki-Hotel bieten können, kommen Messebesucher oder Seminarteilnehmer zu uns."
Auch der Stefan- und der Benediktsaal gehören zur GmbH: Sie werden für private Feiern vermietet – von der Kindstaufe über Hochzeiten bis hin zum Beerdigungskaffee. Krüll rechnet damit, in 2010 wieder schwarze Zahlen schreiben zu können: "Läuft das so weiter, kann ich mich in zwei Jahren zurückziehen."

Die Schattenseite der Sanierung: Zwölf Mitarbeiter der Stammbelegschaft mussten das Haus nun verlassen. Jetzt kommt die Gastronomie mit einem siebenköpfigen Team aus. Die Klosterpforte, die zunächst aus Kostengründen geschlossen wurde, ist allerdings wieder geöffnet: Sie ist jetzt täglich von 8 bis 12 Uhr und von 15 bis 19 Uhr zu erreichen.