Lüttenglehn: Rochuskapelle besteht seit 250 Jahren

Besteht seit 250 Jahren: die Rochuskapelle in Lüttenglehn. Foto: TZ

Früher Pest, heute Corona: Gerade in Zeiten von verheerenden Seuchen suchen und finden viele Menschen Trost und Halt im christlichen Glauben. Das ist im 520-Einwohner-Dorf Lüttenglehn nicht anders. Dort gibt es seit nunmehr 250 Jahren ein besonders Ziel zur Einkehr: Es ist die Rochuskapelle, die 1771 erbaut worden ist. Der Heimatverein hat sie mit Blumen und Fahnen geschmückt, da zurzeit wegen der Pandemie an ein großes Jubiläumsfest nicht zu denken ist.

Die Entstehung der Kapelle hatte eine lange Vorgeschichte: Da gab es 1720 den letzten großen Aus­bruch der Beulenpest, von 1756 bis 1763 tobte der Siebenjährige Krieg, und fast gleichzeitig wütete eine Tierseuche. „Fast alle Kühe, Rinder und Schweine wurden... fortgerafft, und es gab im Dorf nur noch vier Stück Vieh“, berichtet die Dorfchronik. In ihrer Not fanden die Menschen Zuflucht im Glauben und legten ein Gelübde ab, dass sie zu Ehren des heiligen Rochus, des Schutzpatrons gegen Pest und Seuchen, „ein Bethäuschen“ errichten würden, wenn sie mit dem Leben davonkommen sollten.

So geschah es dann, und heute ist das historische Fachwerkgebäude der Mittelpunkt Lüttenglehns, und das Heimatfest heißt bis heute „Rochusfest“. Die Kapelle, die 1887, 1969 und 2010 saniert und 1987 in die Liste der Baudenkmäler aufgenommen wurde, ist sonn- und feiertags jeweils von 9 bis 18 Uhr geöffnet.