Pfarrer Koltermann aus Nievenhem: Brandbrief zum Familiennachzug in Deutschland
19.06.2026
Die brennende Sorge um Schutzsuchende in Deutschland ist der Hintergrund: Klaus Koltermann, leitender Pfarrer der Kirchengemeindeverbands Dormagen-Nord, hat sich mit einem Brandbrief an Vertreter aus Politik und Kirche gewandt, um auf die unzumutbaren Bedingungen für Schutzsuchende aufmerksam zu machen.
Seit drei Jahren gewährt die Pfarrgemeinde St. Pankratius in Nievenheim Kirchenasyl für Schutzsuchende in besonderen Fällen. Seit 2023 wurden insgesamt 19 Menschen aus verschiedenen Ländern aufgenommen. Betreut werden die Schutzsuchenden während ihres Aufenthalts von einer Gruppe engagierter Ehrenamtler. Durch den engen Kontakt erfahren die betreuenden Personen viel über die Umstände in den Herkunftsländern, die oft traumatischen Erfahrungen dort und während der Flucht sowie die Sorgen um die zurückgebliebenen Familienmitglieder.
In seinem Brandbrief betont Pfarrer Koltermann, welche massiven Auswirkungen insbesondere die Aussetzung der Zusammenführung von Familien Schutzsuchender mit subsidiärem Schutz hat und fordert von den Politikern, die Zusammenführung von Familien wieder zu erleichtern.
Der Brief wurde unter anderem an Bundeskanzler Merz, Bundesinnenminister Dobrindt, NRW-Ministerpräsident Wüst, Dormagens Bürgermeister Lierenfeld, die Fraktionen von SPD; CDU und Bündnis 90/Die Grünen in Dormagen sowie an Erzbischof Kardinal Woelki, den Hamburger Erzbischof Heße sowie Papst Leo versandt.
Passend zum Thema findet gerade eine Wanderausstellung mit dem Titel „Gott liebt die Fremden – Biblische Herausforderungen“ im Seelsorgebereich Dormagen-Nord statt. Sie Ausstellung wurde von der Österreichischen Bibelgesellschaft konzipiert und befasst sich mit dem Schicksal der geflüchteten Menschen. Sie stellt die biblischen Schutzgebote für Migranten zusammen und schlägt Brücken zu konkreten Handlungsorientierungen heute. Die Exponate sind vom 22. Juni bis 5. Juli in St. Josef in Delhoven und vom 6. bis 19. Juli in St. Gabriel in Delrath zu sehen.