Pferdesegnung in St. Quirin

Pferdesegnung in St. Quirin
Warum gibt es in zwei Meter Höhe am Portal des Quirinusmünsters einen eisernen Ring in der Wand? Wer dies wissen wollte, konnte zuletzt mehr darüber erfahren. Wie im Vorjahr gab es anlässlich des 801. Jahrestages der Grundsteinlegung des Münsters eine Pferdesegnung.

Der Stadtpatron Quirinus gilt auch als Patron der Pferdebesitzer. Im Mittelalter waren viele Pilger mit ihren Pferden gekommen und hatten diese aus dem Quirinuspütz, einer Brunnenanlage vor dem Münster trinken lassen. Dem Wasser des Brunnens wurde Heilkraft zugesprochen.

Was lag näher, als zum 800. Jahrestag der Grundsteinlegung des Münsters die Tradition des Pferdesegnens wieder aufleben zu lassen. Zum zweiten Mal war es nun wieder so weit. Pünktlich um 12.30 Uhr - nach der Sonntagsmesse - begann die kleine Feier. Große Pferde und kleine Ponys waren ebenso auf dem Platz versammelt wie viele Kinder und andere Bürger. Die Kinder hatten in der Familienmesse den Schrein des hl. Quirinus berühren dürfen und so einen Hauch des Heiligen an ihren Händen mit nach draußen genommen.

Oberpfarrer Assmann segnete aber nicht nur die Pferde, sondern auch und vor allem die Menschen. „Alle sind Geschöpfe Gottes, und von ihm erbitten wir auf die Fürsprache des hl. Quirinus Heil!“ sagte der Geistliche.

Am Ende der Feier lüftete der das Geheimnis des Eisenrings am Portal. Es diente früher den Reitern zur Befestigung ihrer Pferde, wenn sie zum Gebet ins Münster gingen. Daneben hängt die Hausnummer der Basilika. Napoleon hatte alle Gebäude im besetzten Rheinland durchnummerieren lassen, auch die Kirchen. So bekam das Münster die Nummer 23, der Kölner Dom die Nummer 4 und die berühmte Parfümeriemanufaktur in Köln die Hausnummer 4711.