Rommerskirchen: Madonna aus den Trümmern restauriert

Sehenswert: die Madonna aus den Trümmern im Turmraum von St. Peter in Rommerskirchen. Foto: TZ

Auch wenn die Segnung des Kunstwerks wegen Corona noch warten muss: Der Turmraum der Pfarrkirche St. Peter in Rommerskirchen hat einen neuen Blickfang. Oder besser gesagt: einen alten. Es handelt sich um eine neoklassizistische Figur der Muttergottes mit dem Jesuskind.

Madonna aus den Trümmern wird sie jetzt genannt, und das hat einen guten Grund. Der Kölner Bildhauer Christoph Stephan oder einer seiner Söhne hat das fast menschengroße Standbild um 1862 geschaffen. Es fand seinen Platz am linken Seitenaltar der Pfarrkirche St. Peter, die am 1. März 1945 bei einem Bombenangriff zerstört wurde.

Die Madonna wurde unter dem Schutt begraben und erstand erst viele Jahre später quasi aus den Trümmern. Das war aber noch nicht ihre Rettung. Sie verschwand vielmehr in feuchten Kellern und war Würmern und Pilzen schutzlos ausgeliefert. 2018 fand Gemeindearchivar Ernst Gruszin den Brief eines Aachener Kunsthistorikers, der die Madonna als wertvollstes Ausstattungsstück der ursprünglichen Kirche bezeichnete. Sie fand sich schließlich in einer Garage.

In Zusammenarbeit mit Generalvikariat und Denkmalbehörde beschloss der Kirchenvorstand die Restaurierung der Heiligenfigur bei den Kalker Werkstätten – aber dergestalt, dass man ihr die Herkunft aus den Trümmern noch heute deutlich ansieht. Und so bietet ihr Anblick viel Anlass zur Betrachtung und zum Nachsinnen.