Rückenwind aus Kapellen: Martinszüge sollen unter Schutz gestellt werden

St. Martin und der Bettler: Das November-Brauchtum beschäftigt gerade zahlreiche Vereine und Komitees. Foto: TZ
St. Martin und der Bettler: Das November-Brauchtum beschäftigt gerade zahlreiche Vereine und Komitees. Foto: TZ

Die Initiative, die rheinische Tradition der Martinszüge zum immateriellen Kulturerbe der Unesco werden zu lassen, bekommt Rückenwind aus Kapellen. „Das ist eine tolle Idee”, sagt der langjährige Vorsitzende des dortigen Martinskomitees, Raimund Röhricht. Er hat in Bracht im Bistum Aachen an einem Treffen von über 70 Martinsvereinen teilgenommen, die bis Ende Oktober einen Antrag bei der Unesco-Kommission einreichen wollen.

Zwei Martinsfreunde aus Brüggen beziehungsweise Kempen hatten die Idee, die Tradition des erstmals 1867 in Dülken bei Viersen ausgerichteten Umzugs mit St. Martin, dem Pferd, dem Bettler und den Kindern und ihren Laternen unter Schutz zu stellen.

Kapellen zeigt etwa, wie wichtig dieses Brauchtum nicht nur für die Pfarrgemeinde St. Clemens ist: Die Grundschule und alle vier Kindergärten sind dabei. Weit über 600 Jungen und Mädchen ziehen mit, und mehr als 1000 Menschen versammeln sich am Feuer, um der Martinslegende zu lauschen. Fast 50 Ehrenamtler ziehen vorher von Haus zu Haus, um Geld dafür zu sammeln. Ob Kirche, Feuerwehr, Rotes Kreuz, Musiker oder Schützen – alle ziehen an einem Strang.

Ob die Martinszüge ins bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturguts aufgenommen werden, entscheidet sich 2018. Näheres im Internet: www.martinstradition.de