Seelsorgebereich Kaarst/Büttgen setzt auf Solarstrom gegen den Klimawandel

18.08.2023

Seit zwei Jahren läuft auf dem Dach des katholischen Pfarrzentrums von St. Martinus in Kaarst eine große Photovoltaikanlage und versorgt das Gebäude mit Strom. „Es ist super, dass wir das Projekt mitten in der Corona-Zeit umsetzen konnten und jetzt ein kleines Jubiläum feiern“, so Jürgen Haverkamp, gewähltes Mitglied im Kirchenvorstand von St. Martinus. „Auch wenn die Planung aufwändig und die Umsetzung schwierig waren, hat es sich absolut gelohnt.“ 

Rund 45.000 Kilowattstunden Strom hat die Anlage in den vergangenen beiden Jahren erzeugt. Zum Vergleich: Für eine vierköpfige Familie in einem Einfamilienhaus rechnet man im Durchschnitt mit einem Jahresverbrauch von 4.000 kw/h. Zur Anlage gehört eine App, die aktuelle Zahlen liefert: Über 20.000 Kilogramm Kohlendioxid sind demnach durch Sonnenstrom mittlerweile eingespart.

„Im Winter müssen wir natürlich Strom dazukaufen, aber über 80 Prozent des Jahresverbrauchs von Pfarrzentrum und den Wohnungen im Gebäude produzieren wir selbst“, heißt es. Rund 55.000 Euro hat die Kirchengemeinde St. Martinus seinerzeit in das Projekt investiert, nach Zuschüssen des Landes Nordrhein-Westfalen und des Erzbistums Köln blieb ein Eigenanteil von 40.000 Euro. Gut investiertes Geld, ist der leitende Pfarrer Ulrich Eßer überzeugt, denn Umweltschutz und das Bewahren der Schöpfung sind wichtige Ziele der Gemeinde. 

Der Kirchenvorstand als Entscheidungsgremium war seinerzeit schnell überzeugt, aber aus der Gemeinde gab es auch Widerspruch. „Es hieß, dass wir in der Corona-Zeit das Geld besser in eine aufwändige Technik für das Streamen von Gottesdiensten stecken sollten als auf das Dach zu legen“, erinnert sich Pfarrer Eßer. Aber davon ließ sich der Kirchenvorstand nicht beirren und entschied lieber für die Umwelt und das Erzeugen von Strom. 

Ebenso wie auf dem Pfarrzentrum von St. Martinus gibt es Photovoltaikanlagen der Kirchengemeinden Sieben Schmerzen Mariens in Holzbüttgen und St. Aldegundis in Büttgen. Das nächste Projekt ist auch schon in der Pipeline: Zurzeit laufen Beschlussfassungen und Planungen für Strom aus Sonnenenergie für die Kita St. Antonius in Vorst. Dann wäre an allen Kirchorten der katholischen Pfarreiengemeinschaft ein Projekt umgesetzt, danach beginnen die Planungen für eine zweite Runde.