Veeh-Harfen bereichern Senioreneinrichtung Augustinushaus in Dormagen

Im Vordergrund steht aber immer die Freude an der Musik: Veeh-Harfe im Dormagener Augustinushaus.

Sie sieht aus wie ein gewöhnliches Instrument, doch in ihr steckt mehr als es scheint: Die Veeh-Harfe kann von nahezu jedem Menschen ohne Notenkenntnisse und ohne Übung gespielt werden. Eine Besonderheit, die sich das Augustinushaus in Dormagen zunutze macht. Dort sind bereits vier der speziellen Instrumente im Einsatz und sorgen nicht nur für schöne Klänge, sondern auch für viele Glücksmomente.

In der Kapelle der Senioreneinrichtung herrscht eigentlich meist Stille. Doch nun ertönen dort Schlager wie „Rosen in Tirol“ oder Hits von Elvis Presley. „Das Musizieren tut unseren Seniorinnen und Senioren gut. Unsere älteste Musikerin ist 96 Jahre alt“, sagt Antje Verbücheln, Leiterin des Sozialen Dienstes im Augustinushaus.

Die Veeh-Harfe ist ein Saitenzupfinstrument, das ohne Vorkenntnisse funktioniert. Eigens dafür wurde eine einfache und deutliche Notenschrift entwickelt – reduziert auf das Wesentliche. Notenschablonen, die zwischen Saiten und Resonanzkörper geschoben werden, ermöglichen ein Spielen „vom Blatt?. Die Noten werden im Wortsinn begreifbar.

Auf die Idee, die Harfen in der Senioreneinrichtung einzusetzen, kam Verbücheln beim Besuch eines Saitenmusikseminars in Süddeutschland. Dort lernte sie die speziellen Instrumente kennen. Zurück in Dormagen überzeugte die Leiterin des Sozialen Dienstes zuerst ihre Pflegedienstleitung und dann den Förderverein, um Spenden für das Projekt zu sammeln.

Denn eine Veeh-Harfe kostet rund 800 Euro. Inzwischen zählen drei Harfen und eine Bass-Harfe zum Repertoire und werden fleißig genutzt. „Es ist toll zu sehen, welchen Mehrwehrt das Musizieren hat. Durch unsere Ensembles fingen unsere Bewohnerinnen und Bewohner an sich zu duzen. Es sind sogar echte Freundschaften entstanden“, freut sich Verbücheln.

Neben den wechselnden Workshops stehen immer zwei Instrumente in der Kapelle, sodass die Senioren auch selbstständig üben oder spontan nach Lust und Laune spielen können. Sogar kleine Konzerte waren schon möglich – mal in Begleitung mit Klavier und Gitarre, mal nur mit den puren Klängen der Veeh-Harfen. Und das Musizieren hat weitere positive Effekte wie die Steigerung der Mobilität, der Feinmotorik und der Konzentration der Teilnehmenden. „Im Vordergrund steht aber immer die Freude an der Musik“, sagt die Ideengeberin. Für ihr Projekt will sie noch mehr Menschen begeistern.