Wenn aus Geflüchteten Fachkräfte werden

Wenn aus Geflüchteten Fachkräfte werden
Ein ganz besonderes Integrations-Projekt ist im St. Augustinus Memory-Zentrum, Steinhausstraße 40, im Oktober an den Start gegangen: Über den Zeitraum von drei Jahren werden dort ab sofort Geflüchtete zu Alltagsbegleitern von Menschen mit Demenz ausgebildet – eine berufliche Chance und Perspektive für junge Menschen, aber auch für alle Mitarbeitenden des Zentrums.
 
Denn sie erhalten nicht nur tatkräftige Unterstützung, sondern können auch von den zukünftigen Kollegen lernen. In interkulturellen Schulungen werden sie vorab zu den kulturellen Unterschieden sensibilisiert. Projektleiterin Dr. Andrea Kuckert-Wöstheinrich unterstreicht den interkulturellen Gedanken: „Wir wollen uns noch stärker öffnen. Unser Ziel ist es, dass Unbekanntes nicht irritiert, sondern dass wir davon lernen. Menschen mit einer Flüchtlingsbiographie und Mitarbeitende sollen ihre eigene kulturelle Identität reflektieren und den anderen so besser verstehen lernen. In der Schulung werden dann spannende Fragen diskutiert wie zum Beispiel: Wie bin ich geprägt? Was ist meine Identität? Wie beeinflusst mich meine Kultur in meinem Denken und Handeln?“
 
Die erste von insgesamt fünf geplanten Gruppen ist nun mit 12 Flüchtlingen gestartet. Im Rahmen der dreimonatigen, berufsqualifizierenden Schulung lernen sie die pflegerischen Tätigkeiten kennen, erfahren alles zum speziellen Umgang und der alltäglichen Begleitung von Menschen mit Demenz, aber auch zu unserem Gesundheitssystem. Darüberhinaus stehen für sie ein interkulturelles Training sowie ein Deutsch-Sprachkurs auf dem Programm – denn gerade im Pflegealltag mit Kollegen wird häufig auch Fachvokabular verwendet. Ausgebildete Mentoren begleiten die Geflüchteten dann bei ihrem Praktikum im Haus St. Georg, dem gerontopsychiatrischen Pflegeheim im St. Augustinus Memory-Zentrum.
 
Das Projekt wird gefördert durch den Bund (Bundesministerium für Gesundheit). Wissenschaftlich begleitet wird es durch die Hochschule für Gesundheit in Bochum, die bereits seit der Eröffnung eng mit dem St. Augustinus Memory-Zentrum zusammenarbeitet und dies jetzt kürzlich auch in einer Kooperationsvereinbarung offiziell niedergeschrieben hat.