Zähne im Urwald gezogen: Bischof Merkel feierte Goldjubiläum in Knechtsteden

Abschied von Brasilien in Corona-Zeiten: Bischof Merkel feierte in Knechtsteden sein Goldenes Priesterjubiläum.

„Es ist eine Gnade, berufen zu werden und zur eigenen Berufung zu stehen“ – auf diesen Punkt bringt es Spiritaner-Pater Meinrad Merkel. Der emeritierte Bischof von Humaitá in Brasilien feierte im Kloster Knechtsteden sein Goldenes Priesterjubiläum.

„Die Spiritaner haben mich durch ihr missionarisches Charisma angezogen. Auch die Tatsache, dass meine beiden Brüder in Spiritaner-Schulen waren, hatte für mich ein großes Gewicht“, so der Ordensgeistliche. Der 1944 geborene Merkel ging gleich nach seiner Weihe in Knechtsteden vor 50 Jahren nach Brasilien und prägte dort die Geschichte der Kirche an vielen Stellen mit.

„Im Oktober 1971 machte ich mich auf den Weg über Sao Paulo nach Cruzeiro do Sul, wo die deutschen Spiritaner noch heute tätig sind“, berichtet der Jubilar. Er half in der Pfarrarbeit mit und war im Urwald selbst als „Zahnarzt“ gefragt. Er zog jeden Mittwoch Zähne, da es keinen anderen Ausweg für die Gummi-Zapfer gab. 1999 wurde Merkel Rektor der Wallfahrtskapelle Unserer Lieben Frau von Salete, ein Jahr später ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Bischof von Humaitá.

Aus Altersgründen nahm Papst Franziskus Merkels Rücktrittsgesuch im Vorjahr an. Nun unterstützt der Missionar tatkräftig die Pastoralteams seiner Heimatgemeinde in Obrigheim-Asbach und in der Seelsorgeeinheit Mosbach-Buchen in Baden-Württemberg.